Carignan

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Neue Cuvée von Mas Karolina «L’Enverre 2007»

Die sympatische Winzerin Caroline Bonville hat am Fuße der Pyrenäen in Saint Paul de Fenouillet ihr nächstes Geschöpf vorgestellt und dabei alles auf den Kopf gestellt. Andere Flasche, anderes Etikett, anderer Wein. Oder doch nicht?
Ein Wortspiel schon im Namen und Bild, der ein umgedrehtes „inverses“ Glas zeigt. „En verre“, in vitro, also im Glas wird das so natürlich schwierig…
Die würzige Terroirlastigkeit, die man aus ihren anderen Weinen kennt, bleibt ebenso wie auch die sorgfältige Arbeit im Weinberg und im Keller. Kennt man die schroffe Gegend, gefällt der Kontrast dieses Gaumenschmeichlers von den Côtes Catalanes umso mehr. Hier pfeifen kräftige Winde von den Bergen und es die Landschaft ist schon wieder völlig anders, als noch in den Höhen in den Corbières oder etwas weiter flussabwärts dem Verlauf des Agly folgend. Perfekt ausgereiftes Lesegut wächst hier heran, geringe Ernten nimmt man gerne in Kauf, konzentriert sich doch so das Aroma in den wenigen Trauben, die am Stock hängen.
Er stammt von den ältesten Granache- und Carignan-Rebstöcken der Domaine Mas Karolina und wurde 12 Monate im 300l-Barrique ausgebaut.
Wunderbar kräftig-würzige Nase, reife dunkle Früchte und frisch eingekochtes Pflaumenmus. Der ‘Enverre ist ein wahres Schwergewicht und doch sehr rund im Mund, man wünscht sich dunkle Schokolade herbei. Erinnert entfernt an einen Porto, ein paar Röst- und Vanilletöne zeigen sich ohne jegliche Holz-Penetranz. Schmeichelrund geschliffene Tannine mit gehaltvoller Würze und nachhaltigem Abgang. Als 07er noch recht jugendlich, aber mit anständigem Reifepotential.
Zum Hauptgang vielleicht zu schwer für feinere Gerichte, aber durchaus passend zu Ente, Lamm mit Rosmarin-Kartoffeln und ähnlichem. Er nimmt es aber mit auch diversen Nachspeisen auf, ob süß und kakaohaltig über älteren Ziegenkäse bis hin zum Espresso mit Zigarrillo…
Kein Anfängerwein und nichts für den unkomplizierten, furchtbetonten Weingeschmack. Man sollte ihn allerdings etwas gekühlt genießen, damit man nicht auf den Kopf gestellt wird oder auf den eben selben fällt.

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Fünf Männer und ein Auto

[GF] Nach dem Besuch der Millésime Bio besuchten wir fünf noch vier Weingüter an der südlichen Rhône. Pascal Chalon, ein kleiner Winzer in Tulette, war die erste Anlaufstation. Pascal macht zwei Weine, La Grand Ourse – einen Côtes du Rhône Villages aus dem Terroir Tulette – und La Petit Ourse – einen Côtes du Rhônes aus der Gemarkung Visan. Er arbeitet biodynamisch und ein Großteil seiner Ernte landet beim bekannten Château Beaucastel. Leider bekommen wir vom ihm nur jeweils rund 300 Flaschen pro Wein. Der 2009er La Petit Ourse ist schon fertig, ein kleines Monster mit schönsten Cassis-Brombeer und würzigen Noten, 15%Vol, die kaum am Gaumen zu merken sind. Tolle, weiche Tannine. Mit dem Cuvée des Grand Ourse 2009 Ist Pascal noch nicht zufrieden, daher bekamen wir nur eine Vorversion zu probieren. Ein spannender Wein.

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In der jüngsten Zeit wurde naheliegender Weise viel von Weinen aus Südafrika geschrieben, auch Weine aus Ost- und Südeuropa lagen eher im Fokus als der so sonnig wie windige Süden unseres großen westlichen Nachbars. Frankreich-bashing gab es nicht nur bei der WM (teilweise zu Recht) – auch beim Captain Cork (teilweise zu Recht) war von „wertlosen Winzern“, Stagnation und allgemeiner Weinbaukrise zu lesen.

Da die alle Rekorde brechenden Subskriptionspreise für Bordeaux 2009 täglich für Schlagzeilen sorgen, wollen wir hier in nächster Zeit einige Weine und Regionen vorstellen, die nicht permanent im Rampenlicht stehen und „bebloggt“ werden, insbesondere aus dem Languedoc-Roussillon.

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