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Gault&Millau – Winzer des Jahres 2016 ist Biodynamiker Peter Jakob Kühn

Gentleman of the Year

Manchmal wundert man sich über Preise und Auszeichnungen in der Weinbranche, bei Peter Jakob Kühn nicht. Der 61-Jährige Biowinzer aus dem Rheingau gilt weit über die Biodyn-Szene hinaus nicht nur als Sympathieträger, sondern eben auch als Vertreter eines geschliffen-präzisen Rieslingstils. Nicht jeder, der Biodynamie betreibt und schon gar nicht jeder, der nach eigenen Angaben und als Überzeugungstäter ohne Temperaturkontrolle und ausschließlich spontan vergärt, beherrscht dieses Feld so, wie Kühn. Und auch bei den Weinen von „PJ“ und seinem Sohn Peter Bernhard Kühn aus Oestrich-Winkel scheiden sich manchmal die Geister, zumindest in manchen Jahren. „Nur wenige entwickeln solch einen eigenständigen Stil und können gleichermaßen im trockenen wie im edelsüßen Segment punkten”, so Chefredakteur Joel Payne über den als Winzer des Jahres 2016 im neuen Gault&Millau ausgezeichneten Kühn.

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„riesling für fortgeschrittene“

riesling-s-not-for-sissies_designDie «Kollektion des Jahres» des Gault&Millau 2016 ging an das Weingut Peter Lauer aus Ayl an der Saar. Florian Lauer, dessen gesamtes Sortiment mir schon bei der diesjährigen ProWein neben der seines Nachbarn Maximilian von Kunow, Weingut von Hövel besonders gefiel, schien auch die Kritiker des Weinführers gänzlich überzeugt zu haben. ‚Trocken‘ ist kein Selbstzweck, und wenn es so passt, wie hier, dann bitte gerne, bitte mehr, bitte feinherb! Lauer wurde weiter ausgezeichnet in der Kategorie: „Bester feinherber Riesling“: 2014 Ayler Kupp »Kern« – 9 – Saar“ Peter Lauer (Saar).

Biodyn rocks!

Nicht nur im Rheingau, auch in Rheinhessen ist ein Weingut im neuen Gault&Millau auf dem Siegertreppchen, welches konsequent ökologisch und nach Grundsätzen des biologisch-dynamischen Landbaus arbeitet: In seinem 25. Jahrgang vinifiziert H.O. Spanier, Weingut Carolin Spanier-Gillot (Winzerin des Jahres 2015!) & H.O. Spanier in Bodenheim mittlerweile 9 Grand Crus. Drei davon dürfen sich nach dem G&M zu den besten 10 trockenen Rieslingen Deutschlands zählen: „Bester trockener Riesling“ 2014: Rothenberg GG 2014 aus Trauben von wurzelechten Reben.

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Weiter gekührt wurden als »Aufsteiger des Jahres« das Weingut von Philipp, Wolfgang und Ulrich Luckert (Franken) und als »Entdeckung des Jahres« Hans Erich Dausch (Pfalz). »Sommelier des Jahres 2016« wurde Frank Glüer vom Münchner »Ess.Zimmer« und die »Weinkarte des Jahres« gibt es in der Kölner Pizzeria 485 Grad, hinter der Spitzensommelier Sebastian Georgi steckt.

Egon Müller – oder was?

Bester Riesling Kabinett 2014 Scharzhofberger – 2 – Egon Müller (Saar)
Beste Riesling Spätlese 2014 Scharzhofberger Alte Reben – 6 – Egon Müller (Saar)
Bester edelsüßer Riesling 2014 Scharzhofberger Auslese Goldkapsel – 9 – Egon Müller (Saar)
Noch Fragen? Ok, die beste Riesling Auslese 2014 ging mit dem Westhofener Abts E an Keller (Rheinhessen).

Es gibt auch nicht-Rieslinge, wie etwa diese Prämierten zeigen:

Bester Winzersekt Brut 2005 Mon Rose Cuvée Reserve, Raumland (Rheinhessen)
Bester Spätburgunder 2013 Schlossberg »Großes Gewächs« Fürst (Franken)
Bester Silvaner 2014 Würzburger Stein »Großes Gewächs« Bürgerspital zum Heiligen Geist (Franken)

Dieses Jahr sind wirklich ein paar richtig spannende Leute ausgezeichnet worden, auch wenn nach der Subjektiven wieder einige leer ausgehen, einige weitere Goutierungen Fragezeichen mit sich bringen… wie in jedem Weinführer. Als Fazit könnte man vorsichtig wie folgt extrahieren:
Rheinhessen trocken, Saar smooth!

Platz eins, zwei und drei in der Klasse ›Riesling trocken‹ gehen nach Rheinhessen, die feinherben bis edelsüßen fast ausnahmslos an die Saar. Passt.
Herzlichen Glückwunsch den Gewinnern!

Der Gault&Millau Weinguide Deutschland 2016
23. Jahrgang, 960 Seiten, 34,99 Euro
ISBN: 978-3-86244-831-9, Christian Verlag, München

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Foto credits: Peter Jakob & Peter Bernhard Kühn by Fotograf Andreas Durst, Durst-wein.de
Carolin Spanier-Gillot & H.O Spanier: Lucie Greiner für Buero Medienagentenwww.medienagenten.de.

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