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Einkaufstrend zu regionaleren, hochwertigeren Weinen

Nach einer Pressemeldung des Deutschen Weininstituts (DWI) vom 10.03.2015 ist der Weinkonsument in Deutschland immer noch „sehr preissensibel“ und schätzt das breit gefächerte Angebot.

Leicht gestiegene Durchschnittspreise für Wein

Man könnte auch sagen, der Sparfuchs wittert weiterhin Preisveränderungen gegen den Wind und kauft dort, wo es billiger ist. Allerdings ist der immer noch skandalös niedrige Durchschnittspreis für einen Liter Wein leicht gestiegen:
Im Vergleich zu 2010 von 2,52 € auf 2,89 €. Das entspricht einem durchschnittlichen Flaschenpreis von 2,17 € für die üblichen 0,75 l –Flaschen…
Deutscher Wein schneidet etwas besser ab, und zwar mit Literpreisen von 3,11 € im Lebensmittelhandel und 6,24 € im Weinfachhandel und beim Erzeuger.
Dies entspricht 2,33 € bzw. 4,68 € für die 0,75 l –Flasche.

Regionale und höherwertigere Weine insbesondere aus den deutschen Anbaugebieten finden dem Einkaufstrend gemäß auch im klassischen Lebensmitteleinzelhandel auf Flächen unter 5000 m² häufiger den Weg ins Regal. Neben Wertzuwächsen ist eine Verlagerung der Einkaufswege vom Winzer zum Supermarkt festzustellen, so das DWI weiter. Erfreulicherweise kaufen auch jüngere Konsumenten wieder Weine aus regionaler und nachhaltiger Erzeugung.

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Erfolgreiche Discounter mit Online-Weinhandel?

Edlen Rot- oder Weißwein im Lidl Online-Shop bestellen?

Ein Trend, der zwar unter den Fachhändlern bereits für einige Diskussionen sorgte, aber in der übrigen Welt der Weinkonsumenten noch wenig Beachtung findet, ist der massive Expansionskurs der Discounter in den Online-Weinhandel, allen voran Lidl und Aldi.

Es geht hierbei wohlgemerkt nicht um die Weine, die auch stationär in den Discounthallen der Anbieter zu finden sind, sondern exklusive Weine zu entsprechenden Kampfpreisen. Lidl scheint hierbei die Nase vorn zu haben und die Konkurrenz nicht nur auf dem heimischen Boden, sondern z.B. auch in Frankreich direkt anzugreifen.
Dort findet bisher ein erheblicher Teil des Handels über die Handelsriesen Carrefour (Europas größter Einzelhändler), Intermarché, E.Leclerc, Auchan und ähnliche Mitbewerber mit ihren Hypermarchés von 5.000 m² bis über 20.000 m² Verkaufsfläche statt, während der Onlinehandel mit edlen Weinen noch viel Entwicklungspotential nach oben hat.

Wie sich dieser Trend auf den deutschen Fachhandel und die übrigen Online-Wettbewerber auswirken wird, ist noch nicht abzusehen. Allein von den Lagerflächen und Logistikzentren her haben die Discounter jedenfalls einen erheblichen Wettbewerbsvorteil gegenüber den meisten Konkurrenten, auch können sie mengenmäßig nicht nur ganze Chargen, sondern bei vielen Erzeugern auch ganze Jahrgänge abnehmen, was für den einzelnen Winzer oft vorteilhaft sein mag, für die Konkurrenz und die Fachhändler jedoch ein K.O.-Kriterium sein wird, nicht nur in preislicher Hinsicht.

Verdrängungsszenarien und Spekulationskäufe von raren Weinen aus guten Jahrgängen sind keinesfalls utopisch, Aufkäufe von ganzen Subskriptionen großer Bordeauxhäuser sind denkbar. Man wird sehen müssen, wie sich der Markt weiterdreht und wer bei wem mitspielt.

Einige Experten aus dem Weingroßhandel rechnen einerseits mit erheblichem Druck auf etablierte Großanbieter wie Versandhandelsprimus Hawesko Holding und ihre diversen Vertriebsschienen, andererseits aber auch mit einer stärkeren Zersplitterung des gesamten Weinhandels.
Die hohe Preistransparenz ist für viele Fachhändler ein Problem, da sie den Kunden nicht immer vermitteln können, warum sie nicht die gleichen Preise anbieten können und warum viele Winzer die Weine ab Hof zu konkurrenzlosen Preisen anbieten, was diese Weine für den Fachhandel oft zusätzlich unattraktiv macht.

Nach der ProWein werden möglicherweise auch hier ein paar Fragen mehr zu beantworten sein.

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