Zum Inhalt springen

Hoch3 – extra steil am Stettener Stein

Baccantus: Ein Bayreuther verwirklicht mit einem Würzburger Winzer und einem Aschaffenburger Getränkehändler einen Plan: Weinberg kaufen, Wein machen. Davon träumen ja viele von uns… What’s the Story und wie geht das?
(Wir sprachen mit Stefan Sattran von Lunas Delikatessen.)

Stefan Sattran: Mit Ludwig Knoll schon länger gut befreundet, mit Joe Breuning (Getränke Breuning) noch nicht so lang, aber sehr gut, waren wir auf dem Weinbergsleuchten in Würzburg (VDP Jubiläum im Februar 2010). Ich hatte mit Ludwig vor einiger Zeit schon mal gesprochen, dass es cool wäre, einen Weinberg (mit)-zubesitzen. Auf dieser Veranstaltung (ich glaube minus 20°C, mitten in der Nacht) sagte Ludwig beiläufig, dass er einen Weinberg am Stettener Stein angeboten bekommen habe, „das wäre doch was, um es gemeinsam zu machen“. Das Ende vom Lied war, dass wir das in fünf Minuten entschieden haben, ohne den Weinberg überhaupt gesehen zu haben. Die Initialzündung kam also wirklich von Ludwig, der den Wein ja auch vinifiziert.

Baccantus: „HOCH3“? Drei Mann am Werk, extra steile Weinberge oder wie muss man sich das vorstellen?

Stefan Sattran: Der Name ist in der Sauna nach einem tollen Skitag entstanden. Der erste Gedanke war natürlich, dass wir drei irgendwie vermerkt sein sollten, dann waren wir auf einer Hütte hoch in den Bergen, unser Weinberg ist hoch und steil… Den Rest kann man sich ja denken. Im Nachhinein ist auch die Idee, dem Weinberg wieder Leben einzuhauchen als „verrückt hoch3“ zu bezeichnen.

Für Joe Breunig und mich ist das auch insofern toll, das wir im Weinberg auch sehr viel lernen können – es ist einfach etwas anderes, wenn man „Feldarbeit“ betreibt. Wir haben ca. 6 Wochenenden im Jahr, wo wir wenn möglich mit Familie gemeinsam am Weinberg arbeiten, die restlichen notwendigen Arbeiten erledigt Ludwig mit seinem Team vom Weingut am Stein.

Baccantus: Warum gerade dort?

Stefan Sattran: Eine Top-Lage mit ca. 50 Jahre alten Rebstöcken, gute Logistikvoraussetzungen für Ludwig, da er am Stettener Stein noch viele andere Rebflächen hat…

Baccantus: Steillagen – das klingt nicht eben nach Kleingärtner-Freizeitwinzertum, sondern nach harter Knochenarbeit…

Stefan Sattran: Es ist beides, das ist ein wirklich reines Spaßprojekt, zwar von unserer Seite mit hohem Anspruch an den Wein, aber die Fläche ist mini und deswegen wird das auch nie etwas werden, um dort große Geschäfte zu machen. Aber komischerweise kommt man durch die Super-Atmosphäre und den Spaß beim Arbeiten abends zumindest geistig völlig erholt nach Hause 😉

Baccantus: liegt den der Schwerpunkt bei den Rebsorten? Silvaner? Riesling? Exoten?

Stefan Sattran: Silvaner und Riesling, keine Experimente dort.

Baccantus: Drei Männer, ein Gedanke? Gibt der einzige gelernte Winzer im Team die Marschrichtung vor in Sachen Weinphilosophie, also wie im Weinberg und im Keller gearbeitet wird? Über Ausbaumethoden, Restzucker, Spontis oder Reinzuchthefen und vieles mehr lässt sich ja sicher vortrefflich streiten…

Stefan Sattran: Sagen wir mal so, Ludwig Knoll´s Stilistik liegt uns sehr, sonst wäre es nie zu dieser Geschichte gekommen. Wir gehen da sehr konform mit Ludwigs Vorschlägen 😉 und sind wirklich begeistert, was beim ersten Jahrgang trotz schwierigem Klima in 2010 herausgekommen ist.

Baccantus: Bio und nachhaltige Bewirtschaftungsmethoden im Weinberg – ein Thema für euch? Welche Denke steckt dahinter?

Stefan Sattran: Da Ludwig zum einen selbst auf biodynamische Erzeugung umstellt  bzw. umgestellt hat und unser Weinberg ja einige Jahre aufgelassen und anfangs wirklich in schlechtem Zustand war, gab es für uns gar kein Zögern, die Weine auch biodynamisch zu erzeugen.

Baccantus: wo geht die Reise hin? Langfristige Option oder High Quality-Spleen? Investiert habt Ihr ja doch sicher einiges an Zeit und Geld, und das neben den Hauptberufen…

Stefan Sattran: Das ist richtig, aber, so verrückt es klingt, wir wollen einfach unseren eigenen, guten Stoff erzeugen und durch den Verkauf im grünen Bereich landen, das reicht.
Das wichtigste ist bei dem Projekt die coole Zeit und der Spaß miteinander.

Langfristige Option: Geiler Stoff!

Baccantus: Wenn das mal kein gutes Schlusswort ist! Stefan – wir danken für dieses Gespräch und wünschen viel Erfolg & eine gute Weinlese 2011!

.

Weiterführende Links:

Weingut am Stein

 .
.
 
Bildrechte vorbehalten.

Sei der Erste der einen Kommentar abgibt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.