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Sabotage auf Château Pech Redon

Aus gegebenem Anlass berichten wir hier von einem Anschlag auf Château Pech Redon/ La Clape, einem meiner Lieblingsweingüter im Languedoc.

Es ist erschütternd und macht einen sehr wütend zu sehen, wie sich ein sympatischer Winzer jahrelang abrackert, um dann von der Habgier und dem Neid Dritter um die Früchte seiner Arbeit gebracht zu werden. Wir hatten Christophe Bousquet zuletzt im Mai 2009 in La Clape besucht und ein paar herrliche Tage auf dem Château verbracht und natürlich auch seine wunderbar kräuterigen Bioweine verkostet.
Einem Winzer die Tanks und seine Fässer abzulassen um ihn vorsätzlich finanziell zu ruinieren ist nicht nur eine kriminelle Handlung, sondern eine ziemlich niederträchtige obendrein. Wir fragen uns gerade, wie er das ökonomisch überleben kann… 500-600 hl – ein ganzer Jahresverkauf ergoss sich unwiederbringlich auf den Kellerboden. Es tut uns unendlich Leid für Christophe, es gibt wenig schlimmeres, was man einem Winzer antun kann. Ganz abgesehen davon – hier wurden wirklich ein paar bemerkenswerte Weine verschüttet!
Unser Freund Gernot hat genauere Informationen aus erster Hand:

Hallo Weinfreunde und Kollegen,

am Samstag auf Sonntag wurde Château Pech Redon (Coteaux du Languedoc La Clape), für mich eines der besten biologischen Weingüter Frankreichs, Opfer eines der übelsten Anschläge in den letzten Jahren im Wein-Business.
Ein oder mehrere Täter drangen in den Keller und öffneten alle Fässer und ließen den Wein auslaufen. Die Polizei hat die Ermittlungen übernommen. Eigentümer Christophe Bousquet glaubt allerdings nicht, dass die Polizei viel finden wird.
Mutwillig zerstört wurden Les Cades Jahrgang 2009, l’épervier rouge 2006, 2007, 2008 und 2009 sowie l’épervier Rosé und Blanc und auch die neuen Jahrgänge der Cuvées La Centaurée, Lithos und Cuvée Marie. Übrig sind ein paar Fässer La Centaurée sowie die abgefüllten Jahrgänge 2005 und 2006 La Centaurée.
Im Moment steht die Familie Bousquet in Verhandlungen mit der Bank und den Versicherungen. Wie es weitergehen wird, wird sich erweisen. Die Weingüter auf La Clape überlegen sich im Moment eine Solidaritätsaktion für Pech Redon.
Es gibt einige Vermutungen zum Hintergrund der Tat. Fest steht, dass eine Person seit Jahren mit vielen Mitteln versucht, Christophe Bousquet zum Verkauf des Weingutes zu bewegen.

Gernot Freund – Weinagentur Les Individuels

——

„Mehr als über Jaser muß ich über dich, du Weinstock zu Sibma, weinen, dessen Reben über das Meer reichten und bis an das Meer Jaser kamen. Der Zerstörer ist in deine Ernte und Weinlese gefallen; Freude und Wonne ist aus dem Felde weg und aus dem Lande Moab, und man wird keinen Wein mehr keltern; der Weintreter wird nicht mehr sein Lied singen“ Jeremia48 /33 AT

Zum gleichen Thema (frz. Presse online)

Malveillance à Pech Redon : huit cuves de vin ouvertes | Edition du 01 03 2010
A Pech Redon, le SRPJ enquête | Edition du 02 03 2010
Vandalisme – Sept cuves d’AOC Clape vidées à Pech Redon | midi libre, Edition du 01 03 2010

13 Comments

  1. Üble Aktion. Ich hoffe er überlebt das und gibt das Weingut nicht zum Verkauf frei. Hoffentlich unterstützt ihn die Versicherung. Ich werde den Wein mal probieren/kaufen. Wo gibt es den?

  2. […] das Weingut ist, so habe ich es bei bacchantus gelesen, am vergangenen Wochenende ein Anschlag verübt worden. Dabei sind über Nacht 500-600 Hektoliter […]
    Ich hoffe für Christophe Bousquet und seine Familie, dass er von den Banken Kredite bekommt um weitermachen zu können denn es wäre sehr sehr Schade um dieses ausgezeichnete Bioweingut. Ein großer Verlust ist es schon jetzt. Von hier aus alles Gute!

  3. @originalverkorkt – Hallo Christoph, bleibt wirklich zu wünschen, dass die Banken sich nicht auf stur stellen. Ob das reichen wird, ist die andere Frage. Wie kann man nur so bösartig sein…

  4. Thanks Baccantus to let us know about this crazy event – it is like in a „Krimie“, a „crime novel“… incroyable…
    It is very sad to say but Christophe Bousquet could try to sell the rights of the story for TV or sthg to recup some of his 400k€ loss with his wine gone down the drain … But this will not give him back the time and passion he gave for it. I hope he will still bounce back!

  5. Ein wirklich heimtückisches Verbrechen!
    Damit die Drahtzieher nicht auch noch ihr Ziel ereichen, sollte alle Christophe Bousquet von Pech Redon unterstützen.

    Kurzum: kauft und trinkt die Weine von Château Pech Redon!

  6. wir berichten hier am Wochenende über mögliche Hilfsaktionen. Genot spricht die Tage mit der Winzervereinigung von la Clape wegen Koordinierung. Vielen Dank für Kommentare und Retweets!

  7. Martin Martin

    Sehr schade, dass Menschen so gemein sein können. Dem Täter hätte ich gewünscht in den Weinfluten zu ertrinken. Ich wünsche Christophe alles gute und hoffe auf eine fantastische Ernte für Château Peche Redon 2010. Wir werden Unterstützungskäufe für Christophe machen und unseren Keller mit Peche Redon füllen 🙂

  8. „In Weinfluten ertrinken“ – klingt viel zu paradiesisch… aber auf dem alten Hofgelände gibts sicher noch ne Jauchegrube 😉

  9. Martin Martin

    Wir haben vor einigen Minuten 14 Flaschen von dem köstlichen Château Peche Redon im Internet gekauft. Santé! 😉

  10. Wir kennen Christophe nun schon seit 6 Jahren. Damals empfahl unser Freund Pierre Clavel das Weingut. Es ist einfach unglaublich, wie man einem Winzer so etwas antun kann. Christophe hat in jahrelanger Arbeit das Gut hoch gebracht, es lief endlich profitabel – mit internationalem Erfolg besonders in Amerika und Canada. Diese miese Aktion war unserer Meinung nach kein Vandalismus, sondern gezielt persönlich zerstörend. Wer so etwas tun kann, wissen wir nicht. Jedenfalls hat Christophe unsere volle Solidarität – falls ihm das in dieser Situation überhaupt etwas nützt. Erschütterte Grüße Klaus Lichterfeld

  11. Jan Jan

    Phänomenale Weine, wir waren schon zweimal auf dem Weingut.
    Schade!

  12. […] die Keller des Anwesens ein und leerten die Tanks aus, wobei über 600 hl Wein zerstört wurden. (wir berichteten bereits hier). Acht wurden geöffnet und ein Tank explodierte. Neben dem Verlust des Weines entstanden nicht […]

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