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Ein wirklich guter Glühwein?

Warme Sangria?
Wirklich guter Glühwein?

Eine Flasche Château Petrus, eine Stange Zimt, eine halbe Orange, drei Nelken, ein Hauch von Sternanis.

Aus einem Scherz auf Facebook haben sich ein paar recht wohlschmeckend klingende Glühwein-Rezeptideen eingefunden, die ich Euch nicht vorenthalten will. Die meisten stammen übrigens aus der Feder von Stephi Döring, die leider keinen Petrus zum Testen zur Verfügung stellen wollte. Vielleicht aber ein Cheval Blanc? 😉

Grundsätzlich gilt: ohne einen anständigen Wein geht gar nichts, für 1,99 € kann man nur Kopfschmerzen erwarten. Man braucht zwar auch keine Weißen Pferde verkochen, aber. Wichtig neben dem richtigen Wein sind natürlich die Zutaten. Wer sich mit Glühweingewürz helfen will, bitte, aber wir kommen dann nicht vorbei! Weißer Zucker muss nicht unbedingt sein, er darf gerne auch durch Honig oder zumindest Zuckerrohrzucker ersetzt werden. Kochen sollte grundsätzlich vermieden werden, nicht nur, weil der feine Alkohol bei 83 °C  verdampft und de Aromen sich nachteilig verändern, es ist auch wirklich ungesund, und zwar nicht nur für den Kopf. Ganz ehrlich! Unabhängig von den angegebenen Rezeptmengen sollte man mit  Zucker und Zimt eher sparsam als zu großzügig verfahren, je nach Süße von Orange und Art des Weines kann sogar ganz auf den Zucker verzichtet werden.

Weißer Glühwein

Grundlage für den “Weißen” ist Weißwein statt dem sonst üblichen Rotwein. Das Rezept ist für einen komfortablen Vorrat ausgelegt. Die Süße ist zurückhaltend. Wer Glühweingetränke gerne sehr süß trinkt, sollte die Zuckermenge im Rezept deutlich erhöhen.

Zutaten:

3 Liter Weißwein
5 cl Rum
5 Orangen
3 Stück Sternanis
15 Nelken
4 TL Zimtpulver
3 Pimentbeeren
100g brauner Zucker
1 Päckchen Vanillinzucker

Zubereitung:

Die Orangen halbieren und pressen. Den Weißwein in einen großen Topf gießen. Den Rum und den Orangensaft hinzu geben. Die Flüssigkeit vorsichtig erwärmen. Wichtig ist, dass der Glühwein nicht kocht. Während der Aufwärmphase die Gewürze (Zimt, Sternanis, Nelken und Piment) hinzu geben. Zuletzt den Zucker und den Vanillinzucker einrühren. Wer mehr Süße mag, sollte jetzt Zucker hinzudosieren.

Der erwärmte weiße Glühwein sollte mindestens eine Stunde durchziehen, bevor er getrunken wird.

Glögg

Wie beim Glüwi gibt es auch beim Skandinavischen Glögg unzählige Varianten. Mandeln, Nüsse und aromatische Brände machen ihn zu etwas Besonderem, wobei aber auch auf die „High-Spirits“ verzichtet werden kann. Man kann sicher auch mit vielen anderen Bränden experimentieren.

Zutaten:

1 Fl. Rotwein (z.B. Spätburgunder, Blaufränkisch bzw. Lemberger, Merlot o. ä.)
200 ml Madeira, Korn oder Weinbrand nach Geschmack, kann man aber auch ganz weglassen, dann entsprechend mehr Wein.
1 Tl. Honig, ersatzweise brauner Zucker
1 Zimtstange,
5 Stk  Kardamomsamen,
(in den Kapseln, ggf. aufschneiden und mörsern)
10 Nelken, darf auch etwas mehr oder weniger sein
etwas abgeriebene Orangenschale, unbehandelt, ggf. auch bis zu einer halben Orange. 1 El. Frisch gehackter Ingwer, ggf. auch kandiert, wem der frische zu scharf ist. Rosinen nach Geschmack, ca. 2 El. Mandeln nach Geschmack, ca. 2 El Pinienkerne oder Nüsse nach Geschmack, ca. 1 El.

Zubereitung:

Pinienkerne mit Rosinen und Mandeln über Nacht oder zumindest ein paar Stunden in Madeira o.ä. einlegen. Mit dem gehackten Ingwer und dem Honig (ggf. Zucker) in einem großen Topf vorsichtig etwas karamellisieren lassen. Temperatur runter, Wein rein, Zutaten hinzufügen. Alles ca. 20 min. ziehen lassen, nicht kochen!

Gewürzwein

Zutaten:

4 x 0,75 Liter Gewürztraminer (Weißwein)
150 g Akazienblütenhonig
30 g Zimtpulver
150 g Ingwer (ganze Wurzel)
6 Nelken (ganz)
20 Kardamomkapseln
(Kardamomschoten, ganz)
125 ml Rosenwasser

Zubereitung:

Der Ingwer wird geschält, übrig bleiben etwa 120 Gramm herrlich duftende Ingwerwurzel. Diese Wurzel wird in kleine Stücke geschnitten. Der Wein wird in einen großen Topf gefüllt. Die Ingwerstücke werden zum Wein in den Topf gegeben. Beides wird gründlich umgerührt und anschließend 2 Stunden lang stehen gelassen. Damit kein Aroma und kein Alkohol verfliegt, wird der Topf mit einem Deckel verschlossen. Die Kardamomkapseln und die Nelken werden in einen Mörser gegeben und fein gemörsert. Die Kardamomschalen müssen nicht heraus genommen werden, denn der Gewürzwein wird zum Schluss gesiebt.

Der Gewürzwein wird langsam erhitzt. Dabei werden die Gewürze (Zimt, Kardamom und Nelken) hinzu geben. Außerdem kommen das Rosenwasser und der Honig hinzu. Alles wird gründlich vermengt. Hierzu eignet sich besonders gut ein Schneebesen.

Der Wein wird ca. 30 Minuten lang erhitzt. Wichtig: Jetzt sollte man unbedingt dabei bleiben. Denn der Wein darf auf gar keinen Fall kochen. Andernfalls wird aus dem Getränk ein Kinderpunsch (der Alkohol verfliegt). Die Kunst in den letzten 30 Minuten liegt darin, den Gewürzwein erhitzt zu halten, das Kochen jedoch zu verhindern.

Anschließend lässt man den Wein abkühlen. Nach etwa 30 Minuten wird er durch ein Sieb gegeben. Dabei werden die Ingwerstücke und Gewürzteile heraus gefiltert.

Der Gewürzwein ist nun fertig und kann mit Kelle und Trichter auf Flaschen verteilt werden. Am besten eignen sich Flaschen mit Schraubverschluss. Das Getränk lässt sich ca. 2 Wochen lang lagern.

Wichtig bei Verwendung: Der Honig neigt dazu, sich am Boden der Flasche als dickflüssige Masse abzusetzen. Deshalb ist gründliches Schütteln vor dem Abfüllen in Gläser/Tassen wichtig. Wen das stört kann auch Zucker statt Honig nehmen. Dem Geschmack ist der Honig jedoch absolut zuträglich – ich würde für einen Gewürzwein nicht tauschen wollen.

Apfel-Glühwein

Zutaten für ein 4-5 Liter Apfelglühwein-Winterhappening:

4 Liter Apfelwein (nur guter Wein ergibt guten Glühwein)
2 reife (möglichst süße) Birnen
4 Mandarinen
2 Zitronen
7 cl brauner Rum
80 g brauner Zucker
1/2 Vanilleschote
3 TL Zimtblüten (oder 4 TL Zimtpulver)
1 TL Nelken
2 Pimentbeeren
1/2 TL Anissamen

Zubereitung:

Aus den Birnen wird zunächst ein Birnenmus gemacht. Das gibt dem Apfelwein eine schöne Trübung und eine zusätzliche Geschmacksnote. Die Birnen werden gewaschen und ungeschält in Stücke geschnitten. Anschließend werden die Birnenstücke mit 200 ml Wasser weich gekocht.

Die halbe Vanilleschote der Länge nach aufschlitzen und mit einem Löffelende das Vanillemark heraus kratzen. Das Mark wird zu den Birnenstücken gegeben. Wenn die Birnen weich sind, werden sie zu einem Brei gequirlt. Dabei wird auch das Vanillemark gründlich verteilt.

In einem großen Topf wird der Apfelwein langsam erhitzt. Der Rum wird gleich zu Anfang hinzu gegeben. Vorsicht: Das Getränk darf zu keinem Zeitpunkt kochen! Die ausgekratzte Vanilleschote wird in den Topf geworfen.

Die Mandarinen und die Zitronen werden ausgepresst, der Saft wird zum Wein gegeben.

Nun geht es an den Mörser: Die Zimtsamen, Nelken, Pimentbeeren und die Anissamen werden gründlich zermahlen. Sorgfalt lohnt sich: Man verhindert später starken Bodensatz oder feste Stücke im Getränk. Der Duft, der sich beim Mörsern entwickelt macht Lust auf das fertige Getränk. Versprochen.

Die gemörserten Gewürze werden zusammen mit dem Zucker untergerührt. Das ganze wird ca. 15 Minuten auf hoher Temperatur gehalten (nicht kochen!) und sollte anschließend bei ausgeschalteter Platte noch 1-2 Stunden ziehen, bevor der erste Schluck genommen wird.

Tipp: Flaschen mit Schraubverschluss lassen sich mit dem fertigen Apfelwein perfekt befüllen, wenn er abgekühlt ist.

Diese Apfelglühwein-Variante ist bewusst fruchtig, jedoch nicht sehr süß. Wer es süßer mag, erhöht einfach die Zuckermenge.

Nicht nur zur Weihnachtszeit

Gerüchten folgend sei berichtet, dass auch nach Weihnachten noch Glühwein, Glögg und Punsch bereitet und genossen werden darf!
In diesem Sinne – wohl bekomm’s und frohe Feiertage!

Herzlichen Dank an die Glühwein-Expertin Stephanie D. für die Rezepte WebZwoNull-mäßige Zurverfügungstellung von Content! 😉

4 Kommentare

  1. wow, das Glühwein Kompendium!

  2. alt & bewährt & approved by Stephi Doering! 🙂

  3. […] Es geht auch anders, wenn man denn überhaupt auf die gewürzten Warmweine steht. Gründe, dies nicht zu tun, gibt es reichlich. Ein paar Rezepte hatten wir hier im Baccantus-Blog schon vor einigen Jahren gepostet. > hier geht’s zum Alt-Glühwein-Artikel. […]

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